Laura’s Gravel Trans Jura

17. Januar 2026
Suchst du eine neue sportliche Herausforderung? Denkst du darüber nach, 2026 an der Gravel Trans Jura teilzunehmen? In unserer Serie «Gravel Trans Jura Stories» geben wir Einblick in die persönlichen Erlebnisse dieser besonderen Jura-Durchquerung. Nach Lars, Jan, Michèle und Marc erzählt heute Laura (31) aus Aarwangen ihre Geschichte.
Laura, seit wann bist du auf dem Gravelbike unterwegs und was macht für dich die Faszination Gravel aus?

Auf dem klassischen Gravelbike bin ich erst seit dem Gravel Ride&Race 2024 unterwegs. Damals durfte ich von Aldo Schaller ein Velo ausleihen und habe es daraufhin direkt gekauft. In meiner Zeit als aktive Rennfahrerin habe ich 2-3 Saison im Radquer verbracht. Das hat mir immer sehr gut gefallen, da hätte ich gerne mehr gemacht. Allerdings kam mir dann das Leben dazwischen. Nun bin ich sehr happy auf dem Gravelbike. Es ist so vielseitig. Ich kann durch den grössten Schlamm fahren, Singletrails befahren und auch zügig auf der Strasse von A nach B kommen. Zusätzlich ist es ein bequemes Alltagsvelo und Sportgerät in einem. Ich möchte es nicht mehr missen.

Was hat dich dazu bewogen, dich für die Gravel Trans Jura anzumelden?

Schwierige Frage… Nach dem Tod meines Bruders fühlte ich mich nach jahrelanger Pause plötzlich wieder dem Rennvelo nahe. Ich habe mein Rennrad im Jahr 2019 verkauft, weil ich das Geld brauchte. Daraufhin war ich immer mal wieder mit dem Bike unterwegs, aber nie wirklich glücklich. Ich habe mir 2023 dann wieder ein Rennrad gekauft und mich 2024 auf ein Gravel gesetzt. Und weil ich Radquer so liebte und damit auch viele positive Erinnerungen an Erlebnisse mit meinem Bruder verband, wollte ich mehr. Die GTJ war für mich schon im vergangenen Jahr ein Reiz. Allerdings mit Baby nicht umsetzbar. In diesem Jahr brauchte ich eine Auszeit von den Kindern und der Arbeit. Ich wollte einige Tage nur für mich sein und habe mich kurzerhand angemeldet – das erhöhte etwas den «Druck», mir diese Auszeit auch wirklich zu nehmen. Ich spürte einfach, wie ich etwas verarbeiten muss, das ich zuhause nicht schaffen kann.

Und dazu kam eine riesen grosse Portion Stolz. Mein Vater traute mir das nicht zu… ich wollte auch etwas beweisen… 😉

Wie hast du dich darauf vorbereitet?

Ehrlich… kaum. Ich habe ein Velo gekauft, passende Taschen und war einmal 2 Tage (eine Nacht) unterwegs. Aber so wirklich konnte ich mich neben all meinen Verpflichtungen nicht gezielt vorbereiten. Ich bin immer mal wieder mit dem Velo unterwegs, fahre mit dem Velo meinen kurzen Weg zur Arbeit. Aber ich habe einen sturen Kopf und wollte das unbedingt!

Ich war mir einfach der Tatsache bewusst, dass es hart werden könnte. Dass ich mich auf alles einlassen muss. Sei das in Betracht auf die Übernachtungen, auf meinen Körper oder das Wetter – uuuuh hatte ich Angst vor Regen und Kälte. Aber weil ich für alles gewappnet war, war nichts wirklich schlimm.

Und wer war mit dir am Start?

Meine kleine Schwester – Jana. Sie musste aber leider aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

 

Wenn du dich für diesen einen Moment/Ort deiner Gravel Trans Jura entscheiden müsstest, welcher…

… bewegte dich emotional am meisten?

Die Entscheidung von Jana, dass sie aufgeben muss. Das war so stark von ihr – sie ist auch ein Sturkopf.

… brachte dich physisch an deine Grenzen?

Ich hatte tatsächlich wenig Mühe physisch, weil ich mental auf alles vorbereitet war. Aber die 1 Million Anstiege waren schon happig. 😉 vor allem hasse ich velostossen und bei jedem Aufstieg, den ich GEHEN musste, weil er für mich schlicht nicht fahrbar war, verfluchte ich Christian und die Streckencrew ganz fest… 😉 Aber oben angekommen waren es entweder die Abfahrt oder die Aussicht, welche den Anstieg vergessen liessen!

… lässt dich lachen, auch wenn du heute noch daran denkst?

Vieles….
Aber ich glaube am lustigsten war die eine Nacht in einem Hotel am Lac de Joux, wo kein Personal da war. Ein anderer Teilnehmer hat uns zufällig in Empfang genommen und gezeigt, wo wir die Schlüssel bekommen und die Velos unterstellen können. Und so haben alle GTJ Teilnehmenden einander geholfen, wir haben gemeinsam Pizza bestellt und es war sehr lustig.

Oder als wir ein Handy gefunden haben von einem Teilnehmer, der uns dann erzählte, dass er die selbe Strecke heute schon einmal zurück gefahren ist, weil er den CheckPoint verpasst hat.

Oder jedes Mal links oder rechts abbiegen und die Annahme, dass JETZT sicher wieder ein Aufstieg kommt.

Meine zufällig gefundene Begleitung, mit der ich dann bis zum bitteren Ende fertig gefahren bin.

… hat dich landschaftlich am meisten beeindruckt?

Creux du Van!

.. hat dich zwischenmenschlich am meisten berührt?

die tolle Community, die die Graveler bilden. Es ist so ohne Zwang und Druck. Du kannst sein, wie du willst und alle sind stolz auf den anderen.

Welchen Tipp würdest du jemanden geben, der/die 2026 das erste Mal an der GTJ teilnimmt?

Rechts abbiegen bedeutet immer AUFSTIEG!
Es geht immer nur hoch.

Aber Spass beiseite!
Ich würde gutes Material besorgen, Taschen, die WASSERDICHT sind, Schuhe, die schnell trocknen und eine kurze Regenhose!

Ah und lieber ein Ersatzschlauch zu viel als zu wenig.

Und Schlappen. Ich hatte ausser den Veloschuhen nichts dabei… Ein Päärli FlipFlops machen den Braten nicht fett.

und ganz wichtig: Ich würde viel Zeit einplanen für Pausen, Pannen und schöne Momente. Für einen Kaffi oder einen Schwatz! Es ist ein schöner Anlass, der es verdient, dass man jeden Moment geniesst.

Wirst du wieder dabei sein?

Wenn mein Schulleiter es mir erlaubt, ja!